Veranstaltungen

Ausblick

Rückblick

"Vom Maidan-Aufstand zum Ukraine-Krieg – Menschenrechte und Wege zum Frieden

Vortrag und Diskussion mit Andrej Hunko und Andrej Konovalov

Die Bude war voll, als sich am Freitag, 7. November 2025, über 100 Gäste im Regensburger DGB-Haus einfanden, um Andrej Hunkos und Andrej Konovalovs  Ausführungen über vergangene Entwicklungen und aktuelle Geschehnisse in der Ukraine zu hören.

Zunächst berichtete Andrej Hunko, selbst ukrainischer Herkunft und ehemaliger Bundestagsabgeordneter, von seinen Eindrücken und Erlebnissen aus zahlreichen Besuchen in der Ukraine, wo er wiederholt als Wahlbeobachter im Auftrag des Europarats, der OSZE und des Auswärtigen Ausschusses eingesetzt war. Er schilderte die Entwicklungen, die zum Maidan-Aufstand führten und die darauf folgende Ermordung Oppositioneller in Odessa und Mariupol. Ereignisse, die schließlich in der Flucht des damaligen ukrainischen Präsidenten Janukowytschs mündeten.

Hunko resümiert, dass, je länger der Krieg andauere, die Verhandlungsposition der Ukraine immer schlechter werde. Dies zeige sich insbesondere an der Entwicklung verschiedener Verhandlungsbemühen von Minsk 1, über Minsk 2 und den nicht zustande gekommenen Verträgen in Istanbul und Anchorage.

Andrej Hunko
Andrej Konovalov

Den zweiten Teil des Abends bestritt Andrej Konovalov, ein junger Biochemiker, der heute in Köln lebt und arbeitet. Nachdem er in seiner Heimatstadt in Korowohrad (Zentralukraine) wegen der Entfernung eines Banners rechtsextremer Nationalisten mit einer langen Haftstrafe rechnen musste und seine Familie von Rechtsextremisten bedroht wurde, emigrierte er bereits 2021 nach Deutschland. Heute engagiert sich Konovalov international gegen den Krieg und die Zwangsrekrutierung in der Ukraine.

Konovalov berichtete von jungen Ukrainern, die sich der Wehrpflicht widersetzten und Zeichen von Folter und Misshandlung aufwiesen als sie später von den Rekrutierungsbehörden tot ihren Familien übergeben wurden. Auf eine Nachfrage aus dem Publikum, ob junge Männer wieder in die Ukraine zurückkehren würden, wenn sie in Deutschland nicht länger geduldet würden, erwiderte Konovalov, dass eine Rückkehr für junge Ukrainer mit hoher Todesgefahr verbunden sei, so dass sie wohl eher in den Untergrund gehen würden. Er kenne in seinem Bekanntenkreis Leute, die für diesen Fall bereits jetzt andere Sprachen lernen, um in einem solchen Fall schnell in andere Länder ausweichen zu können.

Berichte und Erkenntnisse wie jene von Andrej Hunko und Andrej Konovalov werden in den Standardmedien kaum erwähnt. Besonderer Dank gilt deshalb der Co-Landesvorsitzenden des BSW in Bayern, Irmgard Freihoffer, die diese interessante Veranstaltung organisiert und ermöglicht hat.

Wir bemühen uns, eine Aufzeichnung der beiden Vorträge bald ins Netz stellen zu können und werden an dieser Stelle darauf verlinken.

"Deutschlands Krise beenden - mit Vernunft & Gerechtigkeit!"

Vortrag und Diskussion mit MdEP Fabio de Masi

Wirtschaft und Politik stecken in Deutschland und Europa in einer tiefen Krise. Ob Krieg in der Ukraine, Aufrüstung, Energiepreise und Sanktionspolitik, die Wirtschaftskrise in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der EU, die marode Infrastruktur und drohende Handelskriege mit China – die negativen Schlagzeilen reißen nicht ab. Doch warum ist das so? Welche Alternativen gäbe es für eine friedliche Zukunft in Wohlstand und Sicherheit? Die geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sind für Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung. Wie könnte Europa unabhängiger werden, um nicht zwischen Großmächten zerrieben zu werden? Welche Rolle müsste eine deutsche Regierung in Europa spielen?

Diese und viele weitere Themen erörterte Fabio de Masi bei diesem hervorragenden Vortag Anfang Februar 2025 in Regensburg.
Wir haben die Veranstaltung aufgezeichnet. Mit einem Klick auf das nebenstehende Bild, gelangst du direkt zu dem Video, das aufgerufen werden kann auch ohne Mitglied bei Facebook zu sein. Es lohnt sich!

Videoaufzeichnung

Auf das Bild klicken, um zur Aufzeichung des Vortrags zu gelangen

Videoaufzeichnung

Mit einem Klick auf das Bild geht's direkt zur Aufzeichnung des Vortrags

"Sicherheit in Europa – Wege aus der Krise"

Vortrag und Diskussion mit Oberst a.D. Wolfgang Richter

In seinem Vortrag im Februar 2025 in Regensburg beschrieb Oberst a.D. Wolfgang Richter die Entwicklung der europäischen Sicherheitsarchitektur im Rahmen von OSZE und NATO. Ausgehend von der internationalen Sicherheitsordnung seit 1990, richtete Wolfgang Richter den Fokus insbesondere auf den Krieg in der Ukraine.

Was diesen Vortrag für uns besonders interessant machte: Ergänzend zum Blick des Diplomaten Michael von der Schulenburg (siehe unten), erfuhren wir mit Wolfgang Richter nun die Sichtweise eines erfahrenen Oberst der Bundeswehr und Militärwissenschaftlers auf die Strategien der NATO und die Geschehnisse der Ukraine. Gegen Ende seiner Ausführungen skizzierte Richter, wie eine neue Friedensordnung aus europäischer Sicht aussehen könnte.

Seit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bei der Bundeswehr ist Oberst a.d. Wolfgang Richter für die Stiftung Wissenschaft und Politik tätig. Als ein gefragter militärwissenschaftlicher Experte beschäftigt er sich vor allem mit Themen wie Rüstungskontrolle, Sicherheitskooperation und Internationales Völkerrecht.

Auch diese Veranstaltung haben wir aufgezeichnet. Mit einem Klick auf das nebenstehende Bild, gelangst du direkt zu dem Video, das aufgerufen werden kann auch ohne Mitglied bei Facebook zu sein.

"Aufrüstung oder Diplomatie"

Vortrag und Diskussion mit Michael von der Schulenburg

In seinem Vortrag „In einer Welt voller Kriege: Die Europäische Union vor der Entscheidung für Aufrüstung oder Diplomatie“ erklärte Michael von der Schulenburg seine Sicht auf den Ukraine-Konflikt und zeigte Möglichkeiten auf, wie Kriege beendet werden können. Wie kaum ein anderer kann von der Schulenburg dabei auf langjährige Erfahrung als Diplomat im Dienste der UN und OSZE zurückgreifen. Im Juni wurde er als Abgeordneter für das BSW ins EU-Parlament gewählt.

Die Veranstaltung hat Marcus Klare für uns aufgezeichnet. Mit einem Klick auf die nebenstehenden Links können die beiden Teile des Videos aufgerufen und der komplette Vortrag jederzeit via Facebook angesehen werden – auch ohne Mitglied bei Facebook zu sein. Unbedingte Empfehlung!

Videoaufzeichnung

"Krieg und Frieden" – Michael von der Schulenburg, Teil 1, 26.04.2024
"Krieg und Frieden" – Michael von der Schulenburg, Teil 2, 26.04.2024
Dr. Friedrich Pürner, MdEP

"Corona-Aufarbeitung und Debattenkultur"

Vortrag und Diskussion mit Dr. Friedrich Pürner

15.04.2024, von Irmgard Freihoffer

Corona: Plädoyer für Aufarbeitung und Versöhnung

Epidemiologe und Corona-Kritiker Pürner referierte vor brechend vollem Saal im Kolpinghaus

Regensburg. Selbst draußen an den offenen Fenstern vor dem Kolpinghaus und auf dem Gang vor dem Saal standen am Freitagabend (12.04.2024) noch viele Menschen, im Raum selbst waren alle Sitz- und Stehplätze belegt, heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Drei Stunden lang fesselte Dr. Friedrich Pürner – Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen, Epidemiologe und Kandidat auf Platz 6 der Europaliste des BSW – die rund 120 Zuhörer mit seinen Ausführungen unter der Überschrift „Man hätte es wissen können. Corona-Aufarbeitung und Debattenkultur“. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichte Pürner, nachdem er wegen seiner Kritik an den Coronamaßnahmen der Staatsregierung als Leiter des Gesundheitsamtes in Aichach-Friedberg strafversetzt wurde, heißt es in der BSW-Pressemitteilung.

Ganz klar steht er für Aufklärung, aber auch für Versöhnung, wie er immer wieder deutlich machte. Davon, alles schönzureden oder dass gar, wie zuletzt die CSU meinte, eine Aufarbeitung überhaupt nicht nötig sei, hält er nichts. Aber der Akt des Sich-Verzeihens und Versöhnens sei anschließend genauso notwendig, so Pürner.

Vieles habe man zuvor besser gewusst: Laut Pürner gab es Pandemiepläne und Leitlinien der Fachgesellschaften und Epidemiologen. Er selbst war auch Mitverfasser des bayerischen Pandemieplans. „Aber gehört hat man lieber auf Virologen, Mathematiker und Physiker und das RKI, das nicht unabhängig ist, sondern dem Gesundheitsministerium untersteht.“ Die Behörde des RKI hatte mehr der Politik zu folgen als andersherum, zeigte sich der Referent überzeugt. Vertreter anderer Fachrichtungen, wie Epidemiologen, Hausärzte, Soziologen oder Psychologen, seien deutlich weniger oder gar nicht gefragt gewesen.

Auch wenn die Impfung nicht nebenwirkungsfrei sei und der Beweis, dass die Impfung vor Ansteckung, Ausbreitung und Long Covid schütze, fehle, lehnte Pürner es in seinem Vortrag entschieden ab, von einer „Giftspritze“ zu reden.

Üble Beschimpfungen und Verdächtigungen als auch maßlose Übertreibungen gab es während der Corona-Zeit sowohl auf Seiten der Maßnahmenbefürworter als auch der -gegner. Aber anstatt sich für Mäßigung auf beiden Seiten einzusetzen, hätten einige politisch Verantwortliche, hohe Funktionsträger und einige Medien mit ihren Tiraden gegen Maßnahmenkritiker und Impfskeptiker regelrecht Öl ins Feuer gegossen, beklagte Pürner. Als Beispiele nannte er SPD-Chefin Saskia Esken („Covidioten“), Alt-Bundespräsident Joachim Gauck („Aufgeklärte“ und „Bekloppte“), Frank-Ulrich Montgomery, damals Präsident des Weltärztebundes („Tyrannei der Ungeimpften“) oder Spiegel-Kolumnist Nikolaus Blome („Möge die ganze Republik mit dem Finger auf sie [die Ungeimpften] zeigen“).

Am Schluss seines Vortrags versprach Dr. Friedrich Pürner, dass er im Falle seiner Wahl in das Europaparlament nicht aufhören werde, die für die Pandemie-Politik Verantwortlichen mit kritischen Fragen zu konfrontieren.